Malediven - Geschichte

Der Staat der Malediven besteht aus insgesamt 1190 Inseln, die im Indischen Ozean südlich von Indien liegen. Informationen über die Erstbesiedlung sind widersprüchlich, es wird jedoch vermutet, dass die ersten Siedler aus Fischern aus Indien und der Insel Ceylon kamen und die Inseln im 5. Jahrhundert vor Christus besiedelten. Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass auf den Malediven in früheren Zeiten Buddhisten, Hinduisten und alte Sonnenanbetungskulte nebeneinander existiert haben. Die Bekehrung zum Islam erfolgte durch einen arabischen Reisenden, der dort im Jahr 1153 ankam. Regiert wurden die Malediven daher früher von Sultanen wie auch von Sultaninnen. Frauen spielen auch heute noch eine bedeutende Rolle in der öffentlichen Gesellschaft. Rund 50 Prozent aller Studierenden sind Frauen.

Die Malediven zur Zeit der europäischen Eroberungsreisen

Im Jahr 1558 wurden die Malediven von den Portugiesen besetzt, welche bei dem Versuch die Bewohner zu christianisieren auf starken Widerstand stießen. Im Jahr 1573 wurden die Portugiesen von den Einwohnern wieder vertrieben. Die erfolgreiche Vertreibung wird heute als Nationalfeiertag gefeiert. Im 17. Jahrhundert besetzten die Niederlande Ceylon und macht aus den Malediven ein Protektorat, ohne sich jedoch direkt in die Angelegenheiten auf lokaler Ebene einzumischen. Im Jahr 1796 verloren die Niederländer die Insel Ceylon wie auch die Malediven an die Briten. Erst im Jahr 1887 wurde zwischen den Briten und dem Sultanat von Malé ein formaler Vertrag unterzeichnet, welcher die Vorherrschaft beinhaltete. Angelegenheiten der Verteidigung und der internationalen Beziehungen waren Inhalt dieses Schriftstücks. Auf die inneren Angelegenheiten nahmen auch die Briten keinen direkten Einfluss.

Erste demokratische Verfassung

Landesfahne der Malediven
Die Flagge der Malediven

Auf den Malediven wurde im Jahr 1932 die erste demokratische Verfassung ausgerufen. Die Verkündung der Republik der Malediven erfolgte am 1. Januar 1953. Die Wiederherstellung des Sultanats erfolgte jedoch noch im selben Jahr, am 21. August 1953.

Unabhängigkeit der Malediven

Die vollständige Unabhängigkeit erlangten die Malediven am 26. Juli 1965 als Mitglied des Commonwealth. Am 28. Juli 1965 bestätigten die Vereinten Nationen die Vollmitgliedschaft. Am 11. November 1968 folgte der Austritt aus dem Commonwealth und die Wiedereinführung der Republik. Die letzten britischen Soldaten, stationiert auf der Insel Gan, verließen das Land am 29. März 1976. Der Präsident Amir Ibrahim Nasir regierte das Land diktatorisch und wurde am 11. November 1978 abgewählt. Sein Nachfolger war Maumoon Abdul Gayoom. Seit Mitte 1985 sind die Malediven wieder vollwertiges Mitglied des Commonwealth.

Die erste demokratische Wahl

Die erste demokratische Wahl, bei der mehrere Kandidaten zur Wahl standen, fand am 29. Oktober 2008 statt. Gewinner war Mohamed Nasheed, der jedoch am 7. Februar 2012 zurücktrat und direkt von dem Vizepräsidenten Mohammed Waheed Hassan ersetzt wurde. Nachdem befürchtet worden war, dass der Amtswechsel unter Druck zustande kam, bestätigte eine Untersuchungskommission mit ausländischen Beobachtern die Korrektheit des Machtwechsels.