Unterwasserwelt der Malediven

Die Unterwasserwelt der Malediven zählt zu den begehrtesten Taucherzielen weltweit und das kommt nicht von ungefähr. Farbenprächtige Korallenriffe und nahezu 700 Fischarten verschiedenster Couleur präsentieren sich dem Auge. Dabei bilden die Korallen im Zusammenspiel mit den Algengewächsen die wichtige Lebensgrundlage für die Meeresbewohner und stellen ein außergewöhnliches Öko-System dar, das allerdings durch Umwelteinflüsse, aber auch durch den Menschen in Gefahr ist.

Die einzigartige Korallenwelt der Malediven

Korallen werden in Hartkorallen und Weichkorallen unterteilt, wobei die Hartkorallen, auch Steinkorallen genannt, für die Riffbildung verantwortlich sind. Um den intelligenten Entwicklungsprozess, der immer anhält, zu verstehen, muss man sich ein Bild von den Hartkorallen machen können. Eine Steinkoralle besteht aus einem Kalkskelett, in dem sich winzige Polypen (Nesseltiere) finden, die permanent Kalk absondern, wodurch sich das Skelett vergrößert. Ihre Nahrung beziehen die Polypen durch Plankton, weiterhin leben auch Zooxanthellen (einzellige Algen) in ihrem Gewebe, ebenfalls wichtige Nahrungs- und Energielieferanten, welche mittels Photosynthese den Abbau von Kohlendioxid fördern, was zur Kalkabsonderung führt. Steinkorallen wachsen etwa 2-10 cm pro Jahr. Der überwiegende Teil von Korallenriffen besteht aus abgestorbenen Korallen, deren Skelette keine Polypen mehr enthalten. Hartkorallen finden sich in einer großen Artenvielfalt, für Korallenriffe der Malediven zeichnen über 200 Arten verantwortlich.

Zusammen mit Weichkorallen, Lederkorallen, Schwämmen und anderen niederen Tieren gestalten die Hartkorallen den Lebensraum für die unendlich vielen Fische, die großen wie die kleinen Tiere. Auch hier hängt ein Faktor vom anderen ab. Keine Hartkorallen, keine Lebensgrundlage für kleine Fische. Keine kleinen Fische, keine Lebensgrundlage für große Fische, da diese sich von kleinen Fischen ernähren.

Negative Einflüsse auf die Riffökologie und die Folgen

Die Gefährdung der Korallen ist ein ewig aktuelles Thema. Umweltsünden, Klimaveränderungen und verschiedene Pflanzenarten können den Hartkorallenbestand gefährden und schädigen.

Korallen benötigen sauberes Wasser, dessen Temperatur zwischen 20 und 30 Grad liegen sollte. Das meteorologische Phänomen El-Nino verursachte 1998 eine Wassererwärmung auf 35 Grad, was die Korallenbleiche zur Folge hatte. Bei derart hohen Wassertemperaturen stoßen die Polypen die Zooxanthellen ab, was die Ausbleichung und das Absterben der Korallen zur Folge hat.

Müllablagerungen im Meer sind ebenso ein Problem, das die Unterwasserwelt gefährdet, denn Korallen sind auf klares und sauberes Wasser angewiesen. In früherer Zeit war diese Unsitte auf den Malediven verbreitet, da es kaum andere Möglichkeiten gab. Hier hat aber schon ein Umdenken stattgefunden.

Die Dornenkrone eine Unterart der Seesternpflanze hat ebenfalls Schaden an den Korallen auf den Malediven angerichtet. Das massenhafte Aufkommen in Verbindung mit dem Abfressen der Korallen wurde in den vergangen Jahren beobachtet.

Auch Taucher haben in der Vergangenheit durch unachtsames Verhalten dazu beigetragen, dass die Riffökologie aus dem Gleichgewicht gerät. Das Abstellen auf Korallenwänden sollte ebenso unterlassen werden wie das Abbrechen von Korallen oder das Aufsammeln von "Andenken" im Wasser. Wer sich hier an den Leitsatz: "Anschauen erlaubt, anfassen verboten" hält, der handelt verantwortungsbewusst.

Facettenreicher Fischbestand im Lebensraum Riff

Die Unterwasserwelt der Malediven lebt von ihren unzähligen prächtigen, putzigen, extravaganten und abenteuerlichen Bewohnern, die sich in den Korallenstöcken wohl fühlen. Viele Fischarten ernähren sich auch von den Polypen der Korallen.

Es werden Kaiserfische, Doktorfische, Wimpelfische, Schmetterlingsfische, Papageifische gesichtet, oft sind große Schwärme unterwegs. Wer genauer hinschaut, entdeckt Anglerfische, Seenadeln, Schaukelfische und verschiedene Nacktschneckenarten. Das Riff ist auch ein beliebter Aufenthaltsort für Seeigel, Anemonenfische, Krabben oder die farbenfrohen Pfauenbarsche und die musterhaften Süsslippen. In den Sandbereichen am Boden fühlen sich Röhrenaale, Grundeln und Stachelrochen wohl, relativ dicht unter der Wasseroberfläche gehen Hornschnabelhechte auf Nahrungssuche. Auch die dicken und großen Fische wie Zackenbarsch, Thunfisch, Walhai, Ammenhai, Grauhai, Barakuda, Manta, Stachelmakrele sind in der Unterwasserwelt der Malediven heimisch, wobei viele der Großfische meist dort anzutreffen sind, wo die Strömung stärker ist, beispielsweise im offenen Meer vor den Atollen.

Eine hochintelligente Einrichtung in der Unterwasserwelt zeigt sich mit den Putzerstationen. Hier sorgen Putzerfische und Putzergarnelen für hygienische Sauberkeit, in dem sie die anderen Fische von lästigen Parasiten befreien. Wer so eine Station beim Tauchen entdeckt, der darf sich auf ein abwechslungsreiches Stelldichein der verschiedensten Fischarten freuen.